Verbandsrat

Nach der Reform des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) zum 1. November 2019 ist der neu geschaffene Verbandsrat ein auf Partizipation ausgerichtetes, zentrales Beratungs- und Entscheidungsorgan installiert, das mindestens drei Mal im Jahr tagen soll. Der Verbandsrat wird künftig die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz stärken, strategische Themen im Aufgabenbereich des Verbandes gründlich vorberaten, die Geschäftsführung bei der operativen Leitung des Verbandes unterstützen und die Arbeit der Kommissionen des Verbandes koordinieren. Damit übernimmt der Verbandsrat eine zentrale Steuerungsfunktion im Gefüge des Verbandes und kann damit die Vollversammlung des Verbandes entlasten.

Der Verbandsrat besteht aus 18 stimmberechtigten Mitgliedern: dem Vorsitzenden der Vollversammlung, sechs weiteren Diözesanbischöfen, sechs Generalvikaren, drei Finanzdirektoren sowie zwei Personen auf Vorschlag des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Der Geschäftsführer des VDD und der Leiter der Geschäftsstelle gehören dem Gremium mit beratender Stimme an. Die inhaltlichen Vorgaben werden künftig in fünf Kommissionen, in denen überwiegend Fachleute aus den Diözesen aus den Bereichen Recht, Finanzen und Steuern, Personalwesen und Verwaltung mitwirken, erarbeitet.

Nach seiner Konstituierung im Frühjahr 2020 wird sich der Verbandsrat mit grundsätzlichen Fragen und Herausforderungen der katholischen Kirche in Deutschland befassen müssen.

Hierzu zählen unter anderem

  • eine mittel- und langfristige Aufgabenklärung im Blick auf ein intensiveres gemeinsames Handeln der Bistümer und die Erarbeitung einer entsprechenden Haushaltsstrategie; die Klärung der Finanzierungsstrukturen auf der Bundesebene (Fragen einer fairen Lastenverteilung und eines geeigneten Finanzierungsmodells: Indexierung oder aufgabenbezogene Finanzierung, usw.);
  • Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen der Solidarität zwischen den Mitgliedsbistümern (z. B. Zukunft des Strukturbeitrags und der Altershilfe Ost);
  • das Aufzeigen von tragfähigen Perspektiven für die betriebliche Altersversorgung der kirchlichen Mitarbeiter in der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse (KZVK);
  • Bereitstellung von rechtlichen, wirtschaftlichen, administrativen und technischen Dienstleistungen für die (Erz-)Diözesen durch Bündelung von Ressourcen;
  • Klärung, in welchem Umfang und mit welchem Inhalt die Kirche in Deutschland die grundgesetzlich zugestandenen Autonomiebereiche eigenständig ausfüllen kann und will (etwa im Bereich des Arbeits- und Datenschutzrechts).

Zusammensetzung

Die Zusammensetzung des Verbandsrates vom 1. November 2019 bis zum 31. Oktober 2022 ist wie folgt von der Vollversammlung des VDD beschlossen worden:

  • Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), Vorsitzender der Vollversammlung
  • Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln)
  • Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg)
  • Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg)
  • Bischof Dr. Felix Genn (Münster)
  • Bischof Dr. Franz Jung (Würzburg)
  • Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt)
  • Generalvikar Michael Fuchs (Regensburg)
  • Generalvikar Alfons Hardt (Paderborn)
  • Generalvikar P. Manfred Kollig SSCC (Berlin)
  • Generalvikar Klaus Pfeffer (Essen)
  • Generalvikar Dr. Clemens Stroppel (Rottenburg-Stuttgart)
  • Generalvikar Andreas Sturm (Speyer)
  • Finanzdirektorin Kirsten Straus (Trier)
  • Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner (Passau)
  • Finanzdirektor Gerhard Stanke (Fulda)
  • Prof. Dr. Thomas Sternberg (Zentralkomitee der deutschen Katholiken)
  • Hildegard Müller (Zentralkomitee der deutschen Katholiken)
  • (beratend) P. Dr. Hans Langendörfer SJ (Geschäftsführer des VDD)
  • (beratend) Dr. Matthias Meyer (stellv. Geschäftsführer des VDD)

Aufgaben

Der Verbandsrat

  • nimmt die ihm von der Vollversammlung übertragenen Aufgaben wahr,
  • berät strategische Themen im Aufgabenbereich des Verbandes,
  • berät den Haushaltsentwurf des Verbandes,
  • gibt der Vollversammlung Anregungen und unterbreitet ihr Vorschläge,
  • bereitet  Maßnahmen  oder  Entscheidungen  für  die  Vollversammlung  vor  und setzt die Maßnahmen oder Entscheidungen der Vollversammlung um,
  • prüft den Jahresabschluss und wählt die Prüfungsgesellschaft aus,
  • gibt  den  Kommissionen  Aufträge  und  nimmt  deren  Beratungsergebnisseentgegen,
  • beruft die Mitglieder der Kommissionen des Verbandes,
  • gewährt außerplanmäßige Zuschüsse bis zu einer Höhe von 500.000 € im Einzelfall  innerhalb  des  genehmigten  Haushaltsplans,  unbeschadet  der  Bestimmung des § 11 Abs. 5,
  • entscheidet  bei  der  Besetzung  aller  Gerichte,  bei  denen  der  Verband  der  Diözesen Deutschlands mitwirkt, 
  • nimmt  die  Aufgaben  wahr,  die  ihm  durch  diese  Satzung  oder  durch  die  KZVK-Satzung  in  Angelegenheiten  der  kirchlichen  Zusatzversorgung  zugewiesen sind,
  • nimmt   die   Aufgaben   wahr,   die   ihm   durch   die   Revisionsordnung   zugewiesen sind.