Hilfsprojekte der Bistümer, Orden und Hilfswerke

Angesichts der großen Zahl von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, hat die Kirche ihr Engagement für Flüchtlinge seit 2015 kontinuierlich ausgeweitet und weiterentwickelt.

Die Initiativen der Bistümer, Caritasverbände, Kirchengemeinden, Ordensgemeinschaften und kirchlichen Gruppen decken das ganze Spektrum der Flüchtlingshilfe ab: Neben materieller wird auch seelsorgliche Unterstützung geleistet; neben Rechts- und Verfahrensberatung werden auch Maßnahmen zur Sprach- und Integrationsförderung angeboten; neben Berufsberatungs- und Bildungsangeboten gibt es auch besondere Hilfeleistungen für minderjährige Flüchtlinge; und neben der Bereitstellung von Unterkünften wird auch für psychologische und ärztliche Betreuung gesorgt.

Sonderfonds der Diözesen stellen dabei sicher, dass den Flüchtlingen rasch und unkompliziert geholfen werden kann. Das vielfältige ehrenamtliche Engagement in den Kirchengemeinden zeugt von einer weitverbreiteten Willkommenskultur. Der Einsatz der Kirche für Flüchtlinge ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt, sondern atmet den Geist der weltweiten Solidarität. So stellen etwa die kirchlichen Hilfswerke umfangreiche Angebote für Flüchtlinge in den Krisenregionen zur Verfügung. Zahlreiche dieser Hilfsprojekte verstehen sich darüber hinaus – soweit dies angesichts von Krieg und Gewalt möglich ist – auch als Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen. In der öffentlichen Debatte tritt die Kirche als Anwältin der Flüchtlinge und Schutzbedürftigen auf. Die kirchlichen Verantwortungsträger setzen klare Zeichen für die Solidarität mit Flüchtlingen sowie gegen fremdenfeindliche Tendenzen und weisen beharrlich auf Missstände in der Asyl- und Flüchtlingspolitik hin.

„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“

(Lev 19,33-34)

Die neuesten Zahlen zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche in Deutschland konnte die Deutsche Bischofskonferenz im März 2017 bei der Frühjahrs-Vollversammlung in Bensberg vorstellen (Stichtag 31. Dezember 2016; nicht erfasst ist die außerordentliche Flüchtlingshilfe der Ordensgemeinschaften und der katholischen Verbände; alle Zahlen sind Mindestangaben):

Die 27 deutschen Bistümer und die kirchlichen Hilfswerke haben demnach im Jahr 2016  insgesamt 127,7 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe aufgewendet: 53,4 Millionen Euro für die Förderung von Initiativen im Inland und 74,3 Millionen für Flüchtlingsprojekte in den Krisenregionen. 2015 wurden insgesamt mindestens 112 Millionen Euro bereitgestellt, 2014 waren es 73,1 Millionen Euro.


Neben der dringend notwendigen finanziellen Hilfe unterstützen die Bistümer, Hilfswerke, katholischen Verbände, Orden und Gemeinden ganz konkret vor Ort (Stand 31. Juli 2016): In mindestens 1.381 kirchlichen Gebäuden haben rund 28.000 Flüchtlinge eine Bleibe gefunden. Was diese Zahlen nur erahnen lassen, ist das außerordentlich hohe Maß an persönlicher Zuwendung und menschlicher Begleitung, das den vielen Schutzsuchenden im Raum der Kirche zuteilwird. Etwa 5.900 hauptamtliche Mitarbeiter und mehr als 100.000 ehrenamtlich Engagierte geben der kirchlichen Flüchtlingshilfe Tag für Tag ein Gesicht.

Übersicht: Hilfsprojekte der (Erz-)Bistümer, Orden und Hilfswerke

Ein festes Dach über dem Kopf zu haben, ist zweifellos ein menschliches Grundbedürfnis. Im Bistum Aachen stellen viele Pfarreien, Ordensgemeinschaften und das Bistum Flüchtlingen Wohnungen und Häuser zur Verfügung. Um weiteren geeigneten Wohnraum zu schaffen, unterstützt das Bistum die Pfarrgemeinden mit finanziellen Mitteln. Auf diese Weise konnten ca. 470 Flüchtlinge untergebracht werden.

Doch Flüchtlingsarbeit geht im Bistum Aachen weit über die bloße Wohnraumbeschaffung hinaus. Schwerpunkt ist eine gelingende Integration. Eine zentrale Rolle nehmen hier die Caritas und die Fachverbände ein. Die Betreuungs- und Hilfsangebote von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen reichen von Sprachunterricht und Hausaufgabenhilfe über Beratungsangebote bis hin zu Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeindesozialarbeitern der Caritas sind Flüchtlingsseelsorger Ansprechpartner für Flüchtlinge und Ehrenamtliche. Das Forum in Mönchengladbach bietet zudem gezielt Schulungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit an. Um all dies zu ermöglichen, hat das Bistum Aachen allein im Jahr 2015 rund 3,9 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt. Für 2016 hat das Bistum bis jetzt rund 2,4 Millionen Euro bereitgestellt.

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Das Bistum Augsburg hat zu Beginn der Flüchtlingskrise im Herbst 2014 schnell und umfassend reagiert: Zahlreiche Flüchtlinge wurden in kirchlichen Einrichtungen untergebracht; mit 1.145 Flüchtlingen, davon 631 unbegleitete Minderjährige, wurde die Höchstzahl im August 2016 erreicht. Pfarreien, Orden, Verbände, kirchliche Einrichtungen und Initiativen begleiten und unterstützen die Schutzsuchenden in ihrem Alltag. In vielen Orten haben sich Helferkreise gebildet. Ein besonderer Akzent liegt auf der Flüchtlings-/Asylsozialberatung: Von der diözesanen Caritas wurden im Jahr 2017 rund 3.600 Menschen unterstützt. In der Unterbringung, Betreuung, Schulung und Weiterbildung von minderjährigen Flüchtlingen sind vornehmlich auch Träger der Jugendhilfe tätig, insbesondere die Katholische Jugendfürsorge sowie die Kolping Akademie. Aus dem Bistumshaushalt wurden im Jahr 2017 rund 875.00 Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt.

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Das Erzbistum Bamberg hat zusätzlich zu den laufenden Kosten der Caritas für die Flüchtlingsbetreuung einen Sonderfonds über 750.000 Euro bereitgestellt. Mit dem Geld können bzw. konnten in den 15 Caritas-Kreisverbänden Stellen für Sozialpädagogen geschaffen werden, die die Asylbewerber menschlich und fachlich beraten und betreuen. Unter anderem werden in verschiedenen Einrichtungen aktuell (Stand Juli 2015) rund 220 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stationär untergebracht. In den nächsten Monaten werden weitere Plätze geschaffen.
Darüber hinaus beteiligen sich einige Einrichtungen in unterschiedlicher Weise an der Betreuung in den neu errichteten Notunterbringungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, in denen bis zu 60 Jugendliche im Sinne einer humanitären Ersthilfe untergebracht und stundenweise pädagogisch betreut werden. Der SKF Nürnberg unterstützt Pflegefamilien, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen. Der SKF Bamberg sowie einige Caritas-Verbände stellen die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (z. B. CV Coburg).

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Die Unterstützung Geflüchteter hat sich in vielen Kirchengemeinden verfestigt und ist zu einer pastoralen Aufgabe geworden. Das nach wie vor hohe Engagement der Ehrenamtlichen verändert sich durch die sich intensivierenden Aufgaben, etwa 1:1-Begleitung im Rahmen von Lotsenprogrammen sowie Nachfragen zum Kirchenasyl. Für ehrenamtlich Engagierte werden Qualifizierungs- und Austauschformate flexibel, bedarfsorientiert und vor Ort organisiert.

Vereinzelte Anfragen (vorwiegend) muslimischer Geflüchteter nach dem christlichen Glauben haben dazu geführt, dass in den angesprochenen Gemeinden mit Unterstützung des Internationalen Pastoralen Zentrums (IPZ) individuelle Wege der Taufvorbereitung gegangen werden, teils in Englisch oder mit Sprachmittlung. Es wird an einem Konzept für die Seelsorge gearbeitet.

Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V. betreibt neben diversen Beratungsdiensten eine Gemeinschaftsunterkunft (GU) und eine Notunterkunft inklusive Beratungsangeboten für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in Berlin sowie Wohnverbünde und zwei weitere GU im Landkreis Oder-Spree im Süden Brandenburgs.

Um den Schutz vor Gewalt an Frauen, Kindern und anderen besonders schutzbedürftigen Personen in den Einrichtungen weiter zu erhöhen und präventiv zu wirken, werden im Caritasverband hierzu verschiedene Projekte in den Gemeinschaftsunterkünften umgesetzt. Der Vormundschaftsverein der Caritas vermittelt vermehrt auch Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Stand Anfang 2018: 350 bestehende Vormundschaften). Die haupt- und ehrenamtlichen Vormünder achten auf das Wohl des Mündels sowie eine angemessene Unterbringung, schulische Betreuung, medizinische Versorgung und rechtliche Vertretung.

Die Malteser im Erzbistum Berlin betreiben derzeit eine Notunterkunft mit Platz für 600 Bewohner. An zwei Zentren engagieren sich ehrenamtliche Integrationslotsen, die geflüchtete Menschen bei alltäglichen Herausforderungen unterstützen, z. B. der Suche nach einer Schule, der Kinderbetreuung, dem Arztbesuch oder der Begleitung bei Behördengängen. Ab Februar 2018 betreiben die Malteser in Berlin-Charlottenburg die neue Jugendhilfeeinrichtung Ancora Nova, die auch jungen unbegleiteten Flüchtlingen eine Heimat bietet.

Weitere spezifische Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsangebote in katholischer Trägerschaft sind z. B. die Beratungsstelle SOLWODI (Solidarity with Women in Distress/Solidarität mit Frauen in Not) mit Fokus auf Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden; die Bildungsstätte JACK für geflüchtete schutzbedürftige Frauen mit Kinderbetreuung; der Jesuiten-Flüchtlingsdienst als Mitglied der Berliner Härtefallkommission; Verfasser politischer Stellungnahmen und Seelsorger an der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung Brandenburgs in Eisenhüttenstadt sowie das Hilfswerk Misereor mit Zuständigkeit für Gemeinden in ganz Ostdeutschland. Mit der Katholischen Akademie Berlin bestehen Kooperationen im Bereich interreligiöser Dialog.

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Das Bistum Dresden-Meißen hat einen Flüchtlingshilfefonds in Höhe von 150.000 Euro eingerichtet, der vom Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen verwaltet wird. Damit sollen Einzelhilfen geleistet werden, z. B. für Haushaltsgegenstände, Bekleidung, Anwaltskosten. Einen Antrag auf solche Einzelhilfen können die Dekanatscaritasverbände und die Pfarrer stellen. Im Auftrag der Kommunen leisten mehrere Dekanatscaritasverbände Flüchtlingssozialarbeit. Die Caritasverbände auf Diözesan- und Regionalebene treten in politischen Gesprächen und in der Gremienarbeit für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein.

Ehrenamtlich engagieren sich Mitglieder der katholischen Pfarreien für die in ihrem Gebiet untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber – durch das Angebot von Sprachkursen, gemeinsamen Ausflügen und Fußballspielen, Begleitung zu Ämtern –, häufig in Zusammenarbeit mit den Caritasverbänden. Der Diözesancaritasverband bietet Fortbildungen und Informationsmaterial für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen an.

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Auf Wunsch von Bischof Gregor Maria Hanke hat das Bistum Eichstätt Anfang Oktober 2014 die ehemalige Maria-Ward-Realschule in Eichstätt mietfrei als Unterkunft für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Die Regierung von Oberbayern betreibt in den Räumen eine Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne für bis zu 300 Asylsuchende. Die Caritas ist für die Asyl- und Flüchtlingsberatung in der Einrichtung verantwortlich und leitet weitere Beratungsstellen im Bistum.

Allein für den Bezug der ehemaligen Maria-Ward-Realschule hat das Bistum 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Die Diözese trägt weitere Kosten für das Personal in der Asylberatung, für die Qualifizierung und Unterstützung von Ehrenamtlichen sowie für einen Notfallfonds, der schnelle humanitäre Hilfe gewährleisten soll.

Das Bistum Eichstätt hat zusätzlich einen Flüchtlingsseelsorger ernannt. Bischof Hanke betraute Dr. Andreas Thiermeyer mit dieser Aufgabe. Der Diözesanbeauftragte für die Seelsorge an Migranten organisiert zum Beispiel pastorale Angebote für christliche Asylsuchende. Zusätzlich bündelt ein Referent des Malteser Hilfsdienstes das bistumsweite ehren- und hauptamtliche Engagement, unterstützt Helferkreise, vernetzt diese mit behördlichen Stellen und konzipiert Integrationsprojekte.

Nicht zuletzt ist es dem Bistum Eichstätt ein Anliegen, Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen. Hier sind beispielhaft die jahrzehntelangen Partnerschaften zu den Diözesen im afrikanischen Burundi sowie zur Diözese Poona in Indien zu nennen. Die Diözese Eichstätt unterstützt außerdem die katholischen Hilfswerke wie etwa Missio, Misereor oder Adveniat.

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Der Diözesan-Caritasverband unterhält im gesamten Bistumsgebiet Stellen für Flüchtlingssozial- und Migrationsberatung, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer sowie Jugendmigrationsdienste. In Weimar werden geflüchtete Frauen im Flüchtlingsfrauenprojekt gezielt unterstützt. In Mühlhausen hat die Caritas ein „Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete“ eingerichtet. Die Villa Lampe in Heiligenstadt, das Caritas Kinder- und Jugendheim St. Vinzenz sowie die Malteser Werke in Erfurt betreuen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Malteser bieten thüringenweit eine mobile Beratungssprechstunde zum Thema Gesundheit für Geflüchtete an. Für die Ehrenamtlichen gibt es bei der Caritas, bei den Maltesern und im bischöflichen Ordinariat Ehrenamtskoordinatoren, die vor Ort Ehrenamtliche begleiten, Patenschaften vermitteln sowie Weiterbildungen und Begegnungsveranstaltungen durchführen. In Erfurt und Mühlhausen wird für Menschen mit Rückkehrwunsch die Rückkehrberatung der Caritas angeboten.

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Im Ruhrgebiet mit seiner jahrhundertelangen Migrations-Geschichte verfügen katholische Einrichtungen über einen großen Erfahrungsschatz bei der Betreuung von Flüchtlingen. Viele Geflüchtete leben inzwischen in privatem Wohnraum; für sie ist es besonders wichtig, den Anschluss an die Gesellschaft zu finden. Weil die Kirche und ihre Caritas die Hilfen für bedürftige Menschen nicht von Herkunft oder Weltanschauung abhängig machen, hat das Bistum Essen in enger Kooperation mit dem Caritasverband im Ruhrbistum seinen im Jahr 2015 dringend benötigten Flüchtlingshilfefonds nun zu einem Sozialfonds erweitert. Er unterstützt Projekte der Beheimatung, Integration oder Teilhabe.

Neben der professionellen Flüchtlingsbetreuung leisten Kirchengemeinden und Verbände einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Integration von Geflüchteten. Von Begegnungscafés über gemeinsame Freizeitgestaltung bis hin zu Patenschaften für einzelne Personen oder Familien bieten Ehrenamtliche persönliche Kontakte, Begleitung und vor allem Beziehung an.

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Weltweit sind knapp 66 Millionen Menschen auf der Flucht. Nur ein sehr kleiner Teil davon erreicht Europa und noch weniger Deutschland. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, wurden in ihrer Heimat wegen ihrer Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder ethnischen Herkunft verfolgt. Terror und Krieg bedrohte ihr Leben oder existenzielle materielle Not und Hoffnungslosigkeit haben sie zur Flucht getrieben.

Mit Blick auf die stark gestiegene Zahl der Flüchtlinge hat Erzbischof Stephan Burger Kirchengemeinden und Menschen in der Nachbarschaft von geplanten Flüchtlingsunterkünften um verstärkte Mithilfe gebeten. „Es gibt nach wie vor eine enorm große Hilfsbereitschaft. Wir müssen Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Elend geflohen sind und dauerhaft hier bleiben können, willkommen heißen, auf sie zugehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und sie integrieren. Dann werden auch wir durch sie bereichert.“

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In 2017 stellte das Bistum Fulda insgesamt 1.000.000,00 Euro an Geldern für die Arbeit in der Flüchtlingshilfe zur Verfügung. Der Caritasverband für das Bistum Fulda ist vom Bischof mit der Koordination der Flüchtlingshilfe beauftragt worden. In seinen Regionalcaritasverbänden an den Standorten Kassel, Fulda und Hanau werden aktuell 3.800 Flüchtlinge in 55 Gemeinschaftsunterkünften sowie 200 UMA/UMF im Rahmen der Jugendhilfe betreut. Die Betreuung an den Standorten und in den Einrichtungen sowie die dazu notwendige Koordination übernehmen 120 hauptamtliche Mitarbeiter. In der Arbeit werden sie von 700 Ehrenamtlichen unterstützt. Die Arbeit in der Flüchtlingsbetreuung wird unterstützt und ergänzt durch die Migrationsdienste an den Standorten Kassel, Fulda und Hanau sowie die vorgehaltenen Regeldienste.

Das Netzwerk Flüchtlingshilfe im Bistum Fulda koordiniert die Flüchtlingsarbeit der katholischen Akteure wie Caritas, BDKJ, SKF, KAB, Kolping etc. und deren Engagement in stationären Maßnahmen in Gemeinschaftsunterkünften und offenen Angeboten der Beratung, Begegnung, Sprachkursen und Integrationsmaßnahmen in Bildung und Ausbildung. Im Sommer 2017 veranstaltete das Netzwerk einen Fachtag gegen Rassismus und Populismus.

Mit der Vergabe des „Preises für Solidarität“, der erstmals im März 2017 vergeben wurde, wurde das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe gewürdigt. Das Flüchtlingsprojekt der Pfarrgemeinde in Fulda-Pilgerzell wurde neben anderen Preisträgern für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Die sozialpolitische Lobbyarbeit für Flüchtlinge muss vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung aufmerksam begleitet und durch Positionierungen zu Einzelfragen in der politischen Debatte (z. B. Aussetzung des Familiennachzuges für Flüchtlinge mit subsidiärem Status, Abschiebungen und Qualität der Asylverfahren für Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Drittstaaten) unterstützt werden.

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Das Bistum Görlitz hat die syrischen Flüchtlinge in Görlitz mit der Finanzierung von Sprachkursen unterstützt. Einen eigenen Flüchtlingsfonds hat das Bistum (noch) nicht eingerichtet. Es hilft Flüchtlingsfamilien punktuell bei Bedarf. „Diese Familien sind eine Bereicherung für uns. Fremde sind immer eine Bereicherung“, sagte Bischof Wolfgang Ipolt am Rande der Begegnung mit Flüchtlingen aus Aleppo (Syrien) unlängst in Görlitz. Es sei nur bedauerlich, „dass sie unter diesen Umständen zu uns kommen“. Die syrischen Christen kämen aber nicht grundlos nach Deutschland. „Ihnen ist dort die Existenzgrundlage entzogen. Und sie sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder“, so Bischof Ipolt.

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Viele Arme und Benachteiligte kommen aus Krisenregionen und Kriegsgebieten nach Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg. Sie suchen nach einem meist langen und leidvollen Weg neue Perspektiven. Diese Menschen will das Erzbistum Hamburg mit dem Hilfsfonds „Hilfen für Flüchtlinge“ unterstützen. Der Fonds hilft Gemeinden, Gruppen und engagierten Menschen weiter, die Flüchtlingsarbeit anbieten oder aufbauen wollen.

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Das Bistum Hildesheim hat einen Nothilfe-Fonds für Flüchtlinge aufgelegt. Damit werden die Flüchtlingshilfe der Caritas sowie ehrenamtlich getragene Hilfsvorhaben von Pfarreien und Initiativen unterstützt sowie Einzelfallhilfen gewährt. Der Flüchtlingsfonds hat ein Volumen von 150.000 Euro pro Jahr.

Im Grenzdurchgangslager Friedland unterhält der Caritasverband für die Diözese Hildesheim eine erste Anlaufstelle für Flüchtlinge. Darüber hinaus verfügen zwölf Caritasverbände im Bistum über Beratungsstellen für Migranten. Das Raphaelswerk in Hannover begleitet Geflüchtete auf ihrem Weg der Weiterwanderung oder der freiwilligen Rückkehr ins Heimatland.
 
Diakonie und Caritas haben mit der Broschüre „Flüchtlinge in Niedersachsen. Was kann ich tun?“ eine praktische Hilfe für Menschen herausgegeben, die ehrenamtlich Flüchtlinge unterstützen. Eine beim Diözesancaritasverband angesiedelte Servicestelle fördert und begleitet das ehrenamtliche Engagement im Bistum.

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Die Aktion Neue Nachbarn vernetzt seit Ende 2014 die vielen Flüchtlingshelfer rund um die Kirchengemeinden im Erzbistum Köln und unterstützt zahlreiche Initiativen mit Ideen, Impulsen und einem Soforthilfefonds.

Um die Integration nachhaltig zu fördern, bietet die Aktion Neue Nachbarn zusammen mit den katholischen Bildungswerken kostenlose Sprachkurse an, die 2017 von rund 7.700 Geflüchteten besucht wurden. Mit aktuell 187 bestehenden Jobpatenschaften unterstützen Menschen aus dem Berufsleben ihre neuen Nachbarn bei einem Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt. In verschiedenen Wohnprojekten schafft das Erzbistum Köln Wohnraum für Kölner und Geflüchtete. Mehr als 6.500 Ehrenamtliche haben seit 2014 eine nachhaltige Willkommens- und Integrationskultur geschaffen. Die Unterstützung der Ehrenamtlichen umfasst auch schwierige Situationen, z. B. wenn Geflüchtete krank werden oder in ihre Heimatländer zurückkehren müssen. Gezielte Information, Beratung, Supervision und geistliche Begleitangebote gehören aus diesem Grund zu den Leistungen der Aktion Neue Nachbarn. 

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Aktion Neue Nachbarn auf Facebook

Das Bistum Limburg engagiert sich im Rahmen seines Projektes „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ in der Flüchtlingsarbeit. Für das Projekt hat das Bistum bisher insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es arbeitet eng mit dem diözesanen Caritasverband zusammen. Mit den Mitteln wurden unter anderem die regionalen Beratungsangebote für Flüchtlinge ausgebaut – beispielsweise in der Schwangerenberatung, Ehrenamtskoordination und Wohnraumhilfe. Außerdem wurden im Jahr 2017 165 Projekte ehrenamtlicher Initiativen – etwa Sprachkurse oder Begegnungstreffen – unterstützt. In kirchlichen Immobilien des Bistums leben schätzungsweise 900 Flüchtlinge. Darunter sind auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Qualifizierung Ehrenamtlicher. Hierzu wurden seit 2015 220.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Projektbeauftragte baut außerdem ein Netzwerk ehrenamtlicher Initiativen und Gruppen im Bistum Limburg auf.

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Mit der Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt unterstützt das Bistum Magdeburg Flüchtlinge, die nach Sachsen-Anhalt kommen. Laut Gründungsurkunde gilt diese Hilfe „Menschen, die aus lebensbedrohlichen Krisengebieten nach Sachsen-Anhalt kommen beziehungsweise gekommen sind, in prekären Lebenssituationen und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus“. Die Unterstützung wird auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe gegenüber jedermann gewährt, ungeachtet seiner Religion, Herkunft, Hautfarbe und seines Geschlechts.

Das Bistum Magdeburg hat dafür zunächst einen Fonds eingerichtet, in den bislang 250.000 Euro eingegangen sind, darunter 90.000 Euro vom Bistum selbst. Regelmäßig findet eine Kollekte in den Gemeinden des Bistums statt. In den Fonds kann jeder einzahlen, der das Anliegen unterstützen möchte. Viele Bürger des Landes haben diese Möglichkeit zu helfen, bereits genutzt. Verwendet werden diese Spenden unter anderem für Hilfen bei Familienzusammenführung, für Fahrtkosten, zur Unterstützung bei Ausbildung und Arbeitssuche und bei Beschaffen von Beglaubigungen und Gutachten. Die Verwaltung des Fonds liegt in den Händen des Caritasverbandes.

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Die am 10. Mai 2016 von Kardinal Karl Lehmann gegründete Johannes Stiftung Bistum Mainz setzt ihren Schwerpunkt auf die Förderung von Bildung, Erziehung und Chancengerechtigkeit von Kindern und jungen Menschen mit Migrationshintergrund im Gebiet des Bistums Mainz. Im Zentrum der Stiftungsarbeit steht das Schülerstipendium, welches lernwilligen Schülerinnen und Schülern Unterstützung bietet, um einen guten Bildungsabschluss zu erreichen und damit den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche und persönliche Zukunft zu legen. Im Herbst 2017 konnten erstmals 55 Stipendien an neuzugewanderte Kinder und Jugendliche vergeben werden.

Längerfristig angelegte Integrationsmaßnahmen für zugewanderte Menschen übersteigen oft die Möglichkeiten der Gemeinden vor Ort. So wurde Ende des Jahres 2014 die zentrale Stabsstelle Migration und Integration – heute Abteilung Migration und Integration – im Bischöflichen Ordinariat eingerichtet, die aus Eigenmitteln und Spenden eine Vielzahl von Programmen, Projekten und Initiativen fördert oder auch selbst initiiert und realisiert (Fördersumme 2017: 1,0 Mio. Euro). Der Schwerpunkt der Arbeit der Abteilung liegt derzeit auf Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie von Gewalt betroffenen Frauen. Im Zentrum der Abteilungsarbeit steht die Johannes Stiftung Bistum Mainz.

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Das Erzbistum München und Freising stellte im Jahr 2017 insgesamt 10 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereit. Drei Millionen Euro davon gehen als Zuschuss für die Personalkosten in der Asylsozialberatung an den Caritasverband. Eine Million Euro sind als Zuschuss für vier integrative Wohnprojekte von kirchlich-sozialen Verbänden eingeplant, mit denen dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden soll. 1,1 Millionen Euro gehen an das Zentrum Flucht und Migration der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung ehrenamtlicher Arbeit, unter anderem durch die Finanzierung von professionellen Koordinatoren. Gefördert werden auch psychologische und therapeutische Hilfen sowie Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote, die der Unterstützung und Integration der Flüchtlinge dienen. Wer ein Baby bekommt, kann einen Zuschuss für die Erstausstattung beantragen, wer eine Arbeit in Aussicht hat, kann Geld für den Führerschein oder für Prüfungen bekommen.

Die Erzdiözese plant ein „Zentrum Flucht, Asyl und Integration“ in einem ehemaligen Kapuzinerkloster in München-Schwabing. Das Engagement der Kirche soll dort durch Angebote der Beratung, Schulung und Information vernetzt und verstetigt werden. Als diözesane Einrichtung soll das Zentrum über die Stadt München hinaus die Pfarreien mit ihren Ehrenamtlichen vor Ort in ihrem breiten Engagement stärken und unterstützen. Das Zentrum soll ein Haus des Dialogs sein, den Austausch zwischen den Konfessionen, den Religionen und Kulturen fördern und in die Gesellschaft hinein ein Zeichen der Verständigung setzen. Den Menschen, die durch ihre Fluchterfahrung häufig an existenzielle Grenzen kommen, und ihren Begleitern im Ehren- wie im Hauptamt sollen ein spiritueller Raum zum Innehalten und Kraftschöpfen und Angebote der Seelsorge eröffnet werden.

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Im Bistum Münster ist der Einsatz für die Integration Geflüchteter ein langfristiges und breites Anliegen. Kirche und Caritas arbeiten mit Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Arbeitgebern und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen.

Das Bistum fördert zum einen das Ehrenamt. 2017 bewilligte es insgesamt 200.000 Euro für 70 Anträge. 2018 stehen wieder 380.000 Euro zur Verfügung. Nach wie vor sind circa 6.000 Menschen aktiv. Aus einer spontanen Nothilfe zur Erstversorgung ist strukturiertes und beständiges Engagement geworden. Ehrenamtliche unterstützen bei der Integration als Familienpaten, bei der Arbeits- und Wohnungssuche und in Sprach- und Begegnungstreffs. Zum anderen fördert das Bistum die Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe. Fast flächendeckend werden Gruppen und Einzelpersonen von hauptamtlichen Ehrenamtskoordinatoren begleitet. Das Bistum finanziert 12,4 Vollzeitstellen, die an 27 örtliche Verbände von Caritas und SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) angebunden sind. Die Koordinatoren vermitteln, beraten, organisieren Fortbildungen sowie Austausch- und Supervision.

Neu ist seit 2017 die juristische Begleitung bei Fragen zum Kirchenasyl. Außerdem hat das Bistum einen Flüchtlingsbeauftragten ernannt.

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Im Offizialatsbezirk Oldenburg gibt es eine zunehmende Anzahl lokal von den Verbänden und Pfarreien organisierter Flüchtlingsinitiativen. Zudem unterstützt das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe mit insgesamt 250.000 Euro. Im Landkreis Cloppenburg unterstützt das Offizialat eine hauptamtliche Beratung für Flüchtlinge. Einige Immobilien in der Region werden und wurden als Unterkünfte gebaut und ausgebaut.

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Ein von Bischof Franz-Josef Bode im Jahr 2015 mit 250.000 Euro aufgelegter Hilfsfonds unterstützt Kirchengemeinden und kirchliche Initiativen bei der Integration geflüchteter Menschen. Die Bandbreite der geförderten Projekte geht über Fahrradwerkstätten, Kleiderlager und Sprachförderung bis hin zu Ferien- und Familienfreizeiten. In kirchlichen Gebäuden wird außerdem Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhalten geflüchtete Menschen Unterstützung bei der Wohnungssuche. Der Caritasverband bietet den Menschen vielfältige professionelle und ehrenamtliche Unterstützung an, z. B. durch eine Asylverfahrensberatung oder bei der Beratung zu Zugängen zum Arbeitsmarkt und zur beruflichen Ausbildung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Begleitung und Organisation des Familiennachzugs. Außerdem bietet das „Raphaelswerk“ in Zusammenarbeit mit der Caritas eine qualifizierte und ergebnisoffene Rückkehrberatung an.

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Damit Flüchtlinge eine Chance haben, um in ihrer neuen Heimat anzukommen, vollbringen tausende Ehren- und Hauptamtliche Großartiges. Dabei können sie sich auf folgende Maßnahmen stützen:

  1. Bis Ende 2017 wurden über 1.100 Anträge an den Flüchtlingsfonds gerichtet. Dafür wurden ca. 3,5 Millionen Euro bewilligt; weitere Mittel stehen zur Verfügung.
  2. Baumaßnahmen an kirchlichen Immobilien, die Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden, können bezuschusst werden.
  3. Im Rahmen des Projekts „Engagementförderung“ stellt der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn den Caritas- und Fachverbänden Mittel zur Verfügung, um Lücken in der Arbeit mit Flüchtlingen zu schließen und die Aktivitäten bedarfsgerecht auszubauen.
  4. An 20 Standorten leisten Fachdienste für Integration und Migration in Trägerschaft der Ortscaritasverbände wertvolle Unterstützung bei der Aufnahme, Beratung und Begleitung von „Menschen auf der Flucht“.
  5. Der Fachdienst Caritaskoordination ist eine zusätzliche Schnittstelle zwischen Caritas und Pastoral und hat die Aktivitäten der Flüchtlingshilfe im Dekanat im Blick. Dieser ist bei sämtlichen Anträgen an den Flüchtlingsfonds zu konsultieren.

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Im Sommer 2015 erreichten große Flüchtlingsströme das Bistum Passau. Schnell wurden Strukturen und Unterkünfte geschaffen und erste Lösungen für die Unterbringung und Verpflegung gefunden. Nun steht vielfach die Integration der Menschen im Vordergrund, federführend sind hier Caritas, Verbände der Kirche oder auch Referate des Bischöflichen Ordinariates tätig. So hat z. B. der Caritasverband für Stadt und Landkreis Passau einen Integrationsfachdienst eingerichtet. Die Stelle wird vollständig aus Kirchenmitteln finanziert. Nicht nur Hauptamtliche, auch zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus den Pfarreien leisten einen unersetzlichen Dienst bei der Integration von Flüchtlingen. Dem Grundsatz nach, dass „die Sprache der Schlüssel ist“, werden Sprachkurse angeboten, kulturelle Programme, Begegnungscafés oder Frauengruppen organisiert, Fahrdienste angeboten oder bei Behördengängen und Arztbesuchen geholfen.

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In katholischen Einrichtungen im Bistum Regensburg wurden bislang 230 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Weitere 150 sind aktuell in Planung. Außerdem hat die Katholische Jugendfürsorge in Regensburg eine zentrale Inobhutnahmestelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. Sie wird vom Regensburger Kinderzentrum St. Vincent in Kooperation mit der Lernwerkstatt der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. organisiert. Gleichzeitig trägt die Kirche im gesamten ostbayerischen Raum die Beratung und Begleitung der Flüchtlinge. Die Kirche ist Ansprechpartner für die Menschen, begleitet sie zu Ärzten, Behörden, beim Einkauf, sorgt für Sprachunterricht, hilft mit psychotherapeutischer Betreuung, wenn die Menschen unter den Folgen von Krieg, Terror und Gewalt leiden. Dabei sind vor allem auch die Initiativen in Pfarreien und Verbänden wichtig, die sich bereits seit mehreren Jahren einsetzen. Denn für die Flüchtlinge ist es wichtig, willkommen zu sein, sich menschlich angenommen zu fühlen und Menschen zu begegnen, die ihnen Nähe, Zeit und liebevolle Zuwendung schenken.

Nach Angaben der Regierungen Niederbayerns und der Oberpfalz sind insgesamt derzeit etwa 8.000 Bewohner in den Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften im Bistum untergebracht. Die Arbeit des Bistums für Flüchtlinge ist sehr vielfältig und setzt sich aus einer großen Zahl einzelner Initiativen zusammen, beispielsweise hat die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) zusammen mit einigen Arbeitsbereichen der Universität und der OTH die Initiative CAMPUSAsyl gegründet. Außerdem schaffen viele Pfarreien Raum zur Unterbringung von Flüchtlingen oder für Unterricht und Betreuung, z. B. die Pfarrei Sankt Josef in Weiden oder die Pfarrei Reinhausen.

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Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und ihr Caritasverband engagieren sich seit vielen Jahren in der Flüchtlingshilfe. Inspiriert durch das Vorbild ihres Diözesanpatrons, des hl. Martin von Tours, steht eine Ethik und Spiritualität des Teilens im Zentrum ihrer Pastoral und ihrer Caritas. Dieses Selbstverständnis findet in der Sorge um geflüchtete Menschen einen besonderen Schwerpunkt.

Um die Flüchtlingshilfe langfristig und strukturiert aufzubauen, hat der Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit Herbst 2013 beschlossen, Teile des Jahresüberschusses des Diözesanhaushaltes für die Flüchtlingshilfe zu verwenden. Bisher wurden rund 37,6 Millionen Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Die Mittel werden je hälftig für die Flüchtlingsarbeit in der Diözese sowie für die Arbeit in den Herkunftsländern der Flüchtlinge verwendet. 280 Anträge (Stand Dezember 2017) wurden bisher insgesamt für Projekte, Maßnahmen und Individualhilfen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gestellt und in Höhe von 11 Millionen Euro bewilligt. Großes Augenmerk liegt dabei auf dem Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Struktur in der Diözese im Bereich der psychosozialen Versorgung, der Begleitung von Ehrenamtlichen und für Gruppen mit besonderem Schutzbedarf.

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Die Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes unter dem Motto „Zusammen sind wir Heimat“ wollte bewusst die Engführung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf die „Flüchtlingsfrage“ aufbrechen, um das grundlegende Recht eines jeden Menschen herauszustellen, in einer gesicherten Heimat leben zu können. Die Kampagne wurde in der Vorbereitung auf die Bundestagswahl mit der Social-Media-Aktion „Wählt Menschlichkeit“ konkretisiert.

Obwohl die Zahl der in Deutschland Schutz suchenden Menschen deutlich zurückgegangen ist, bleibt die Flüchtlingsarbeit in der Diözese Speyer mit der gemeinsamen Aktion „Teile und helfe“ von Caritasverband und Bischöflichem Ordinariat ein wesentliches Standbein unseres anwaltschaftlichen Handelns.

Zahlen, Daten und Fakten:
Gremien

  • Bis Oktober 2017 35 Sitzungen der „Task Force Flüchtlingshilfe“ von Caritas, Bischöflichem Ordinariat und Malteser-Hilfsdienst;
  • sechs zumeist mehrtägige Einsätze der Sonderarbeitsgruppe aus Bischöflichem Ordinariat und Caritas zum „Kirchenasyl“.


Sonderzuwendungen aus Kirchensteuermittel

Für 2016 und 2017 konnten mit rund 1 Million Euro durchgeführt werden:

  • Verfahrensberatung in den Landesaufnahmestellen Zweibrücken, Kusel und Speyer;
  • Ehrenamtskoordination in Speyer, Landau, Germersheim;
  • Ausbau der Schwangerschaftsberatung in Kaiserslautern und Saarpfalz;
  • vier zusätzliche Bundesfreiwilligendienst-Stellen für Flüchtlinge;
  • zusätzliche Mini-Jobs in unseren Sozialkaufhäusern;
  • Rückkehrberatung in Ludwigshafen;
  • Jugendmigrationsberatung in Ludwigshafen, Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer.

Durch diese „Selbstfinanzierung“ konnten von Januar 2017 bis Ende Oktober 2017 weitere öffentliche Mittel in Höhe von rund 500.000 Euro akquiriert werden.

Flüchtlingshilfefonds der Caritas
Aus diesem Spendentopf konnten folgende Hilfestellungen gegeben werden:

  • Familienzusammenführung: 64.000 Euro;
  • Rechtsberatung: 55.000 Euro;
  • Integrationshilfen: 30.000 Euro;
  • Sprachförderung: 20.000 Euro.

Somit konnten bisher Hilfen von 109.000 Euro aus dem allein aus Spenden finanzierten Fonds ermöglicht werden.

Insgesamt ergab sich aus allen Sondermitteln für den Zeitraum von Oktober 2015 bis Oktober 2017 ein Gesamtvolumen von 2.359.192,75 Euro für die Flüchtlingsarbeit der Caritas im Bistum Speyer.

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Seit 2014 ist das Bistum Trier in Kooperation mit dem Diözesan-Caritasverband Trier in der Hilfe für geflüchtete Menschen aktiv. Seit 2015 werden verschiedene Maßnahmenpakete unter dem Titel „willkommens-netz.de – Flüchtlingshilfe im Bistum Trier“ umgesetzt. Die Maßnahmen haben eine Laufzeit von fünf Jahren (2015–2020) und umfassen ein Finanzvolumen von insgesamt acht Millionen Euro, zusätzlich zu den schon bisher bereitgehaltenen Strukturen und Maßnahmen.

Ziele dieser Aktion sind die Unterstützung der geflüchteten Menschen im Bistum, die Förderung einer Willkommens- und Integrationskultur im Sinne der sozialen Teilhabe, die Stärkung von Ehren- und Hauptamtlichen in der Unterstützung von Menschen mit Fluchterfahrung sowie die Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen Flucht und Asyl.

Folgende Maßnahmen werden im „willkommens-netz.de“ umgesetzt:

  • Stärkung der ehrenamtlich getragenen Flüchtlingshilfe durch Ansprechpersonen aus Caritas und Seelsorge (sogenannte Tandems) in allen 32 Dekanaten. Die Tandems unterstützen und begleiten die ehrenamtlich getragene Flüchtlingshilfe vor Ort;
  • Ausbau der Ehrenamtskoordination bei den zehn örtlichen Caritasverbänden, mit je einer halben Vollzeitstelle;
  • Ausbau der Sozial- und Verfahrensberatung bei den zehn örtlichen Caritasverbänden und der Landeserstaufnahmestelle in Lebach, mit je einer Vollzeitstelle;
  • Ausbau der psycho-sozialen Beratung von traumatisierten Menschen nach ihrer Flucht in den „Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge“ in Mayen und Trier, mit je einer halben Vollzeitstelle;
  • Förderung der Erstbegleitung für Traumatisierungserscheinungen nach der Flucht in Kooperation mit den Lebensberatungsstellen im Bistum Trier;
  • Etablierung des Flüchtlingsfonds zur Förderung von örtlichen Projekten zur Stärkung der Willkommens- und Integrationskultur im Bistum Trier;
  • Ausbau der Freiwilligendienste in Kooperation mit dem Arbeitsbereich „Soziale Lerndienste im Bistum Trier“;
  • Fortbildungsangebote für Haupt- und Ehrenamtliche;
  • Gesamtkoordination und Weiterentwicklung.


Darüber hinaus bilden die Themen Sprache (Dolmetscherdienste sowie Sprachförderung), Begegnung und soziale Beziehungen, Integration in Arbeit und Familiennachzug, Handlungsschwerpunkte im „willkommens-netz.de“.

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Im Bistum Würzburg ist die Aufnahme, Begleitung und Qualifizierung von Geflüchteten und Migranten in vielen Arbeitsbereichen sichtbar: Der Caritasverband bietet flächendeckend die Asylsozialberatung, die Integrations- und Rückkehrberatung. Für die Begleitung von Ehrenamtlichen sind in den Regionen Ehrenamtskoordinatoren eingesetzt und Mitarbeiter der Gemeindecaritas unterstützen die Arbeit in den Pfarreiengemeinschaften. Die adäquate gesundheitliche Versorgung ist ein großes Anliegen des Missionsärztlichen Instituts – in einer großen Gemeinschaftsunterkunft wird dafür ein Modellprojekt für Bayern durchgeführt. Die Erlöserschwestern betreiben eine Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Asylbewerber. Wohnräume für anerkannte Asylbewerber werden in einzelnen Pfarreien und vom katholischen Siedlungswerk zur Verfügung gestellt. Ein Aufruf des Weihbischofs wirbt für weitere Anstrengungen, auch im privaten Bereich. Unterstützt wird diese Aktion von den vier Fachstellen der Caritas für Wohnungsvermittlung an Bedürftige und Migranten. Integrationskurse und Deutschunterricht finden u. a. über die Kolping-Akademie, bei der Gemeinschaft Sant’Egidio und bei Don Bosco statt. Für die Qualifizierung von Kita-Mitarbeitern, Beratungsdiensten, pastoralen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen werden regelmäßig Fortbildungen durchgeführt.

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Papst Franziskus hat mit den Worten „Die leer stehenden Klöster gehören nicht uns, sie sind für das Fleisch Christi da, und das sind die Flüchtlinge“ in besonderer Weise auch die Ordensgemeinschaften zum Engagement in der Flüchtlingshilfe aufgefordert. Viele Ordensgemeinschaften haben sich diesem Appell angeschlossen und engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Nach den derzeit im Generalsekretariat der Deutschen Ordensobernkonferenz vorliegenden Zahlen beherbergen über 80 Gemeinschaften Flüchtlinge, über 100 Ordensgemeinschaften engagieren sich personell und finanziell.

Die Unterstützung ist so vielfältig wie die Gemeinschaften. In der Regel stehen die Ordensgemeinschaften im engen Kontakt mit der öffentlichen Verwaltung und Akteuren aus Politik und Gesellschaft. Schwestern und Brüder beteiligen sich aktiv an Runden Tischen und in Arbeitskreisen. Auch die persönliche Begleitung von Migranten hat einen hohen Stellenwert. Zu nennen sind zum Beispiel:

  • Fahrdienste;
  • Familiennachmittage für Flüchtlinge;
  • Sprachunterricht;
  • freie ärztliche und zahnärztliche Sprechstunden;
  • Nahrungsmittelausgabe an bedürftige Flüchtlinge;
  • Angebot von Ausbildungsplätzen in Werkstätten und Einrichtungen für Behindertenhilfe;
  • Mitarbeit bei Projekten zur Freizeitgestaltung;
  • Formulare ausfüllen, Kinder zur Schule/Kindergarten anmelden, Hilfe bei der Einschulung;
  • Teilnahme an Elternabenden;
  • Verhandlungen mit dem Sozialamt/Rechtsanwalt.


Eine große Zahl von Gemeinschaften ist nach wie vor zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es in den Ordensgemeinschaften eine umfassende Solidarität mit den Menschen auf der Flucht und angesichts der oftmals personell angespannten Lage der Gemeinschaften ein insgesamt eindrucksvolles Engagement für Flüchtlinge in Deutschland gibt. Darüber hinaus engagieren sich vor allem die Missionsorden in den Herkunftsländern der Flüchtlinge, so in Syrien, Afghanistan oder dem Süd-Sudan.

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Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen, zu denen insbesondere die Flüchtlinge zählen. In Lateinamerika sind Millionen Menschen unterwegs: Kinder, Jugendliche und Erwachsene verlassen ihre Heimat, weil sie ohne Arbeit und Bildungsmöglichkeiten in bitterer Armut und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Sie fliehen vor der Gewalt, wie zum Beispiel in El Salvador, dem gefährlichsten Land der Welt außerhalb von Kriegsgebieten. Dort verbreiten die Mara-Jugendbanden Angst und Schrecken. Auch in Mexiko ziehen viele von Ort zu Ort, fliehen vor der Gewalt, die von den Drogenkartellen ausgeht.

Armut und Gewalt lassen Menschen zu Flüchtlingen werden. Auch Lateinamerika hat ein Flüchtlingsproblem. Im vergangenen Jahr hat Adveniat insgesamt rund 2.500 Projekte mit 40 Millionen Euro gefördert, darunter auch zahlreiche Projekte zugunsten von Flüchtlingen wie beispielsweise:

  • die Migrantenpastoral der Kirche in Mexiko, den Bau und den Unterhalt von Migrantenherbergen sowie die Unterstützung bei dem Neubeginn nach der Flucht;
  • die humanitäre und medizinische Hilfe der Kirche in Kolumbien für Flüchtlingskinder aus Venezuela;
  • die Pastoralarbeit von Ordensschwestern in Honduras zur Gewaltprävention jugendlicher Binnenmigranten;
  • die Pastoral für die haitianischen Migranten in der Dominikanischen Republik durch die Ausbildung von Katecheten und Mitarbeitenden sowie die Instandsetzung eines Sozialzentrums von Ordensschwestern;
  • das Jugend-Projekt „Promuevo Sonrisas para el futuro“ (Lächeln fördern für eine Zukunft), das 300 Jugendlichen im Bistum Santa Ana in El Salvador eine Schul- und Berufsausbildung und Zukunftsperspektiven in der Heimat bietet.


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Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken richtet in diesem Jahr mit seiner Diaspora-Aktion den Blick auf das Thema der Willkommenskultur. Flüchtlinge und Einwanderer in unseren Gemeinden aufzunehmen und Ihnen eine neue Heimat zu geben, das ist das zentrale Anliegen. Unter anderem unterstützt das Bonifatiuswerk:

  • die Caritas Notunterkunft im alten Bettenhaus des St. Hedwig-Krankenhauses in Berlin, in der Ehrenamtliche geflohenen Menschen aus Krisenregionen helfen;
  • die Gemeinde Södertälje in der Nähe von Stockholm, in der 5.000 katholisch-chaldäische Christen leben, von denen die meisten aus ihren Heimatländern fliehen mussten;
  • eine Personalstelle in Bielefeld (jeder dritte Einwohner dort hat einen Migrationshintergrund), die Migranten und Spätaussiedlern dabei hilft, eine neue pastorale Heimat zu finden;
  • das Sozialprojekt Alimaus in Hamburg, wo u.a. Migranten Nahrung, Kleidung oder medizinische Betreuung erhalten;
  • die Anschaffung von Fahrzeugen, um die Flüchtlingsarbeit in den Gemeinden zu unterstützen, zuletzt in Borna im Bistum Dresden-Meißen.

Darüber hinaus möchte das Bonifatiuswerk katholischen Gemeinden dabei helfen, eine Willkommenskultur zu leben, um Einwanderern, Flüchtlingen und Zugezogenen eine neue Heimat zu geben. Aus diesem Grund wurde eine „Willkommenstasche“ gestaltet, die als Vehikel eingesetzt werden kann, um Flüchtlinge mit offenen Armen willkommen zu heißen.

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Die Flüchtlingshilfe der Caritas leistet direkte Unterstützung in Form von Beratung oder konkreter Hilfe und wirkt an der Gestaltung politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen mit. Bundesweit stehen Flüchtlingsdienste der Caritas den Schutzsuchenden zur Verfügung. Dabei bieten die Flüchtlingssozialdienste ihren Klienten Information, Orientierung, individuelle Hilfen sowie Integrationsmaßnahmen für die Zeit des Aufenthalts, während Asylverfahrensberatungsstellen Antragsteller in der Vorbereitung und Durchführung des Asylverfahrens unterstützen. Die Caritas arbeitet bundesweit mit Rechtsanwälten zusammen, die im Asyl- und Ausländerrecht spezialisiert sind. Daneben hält die Flüchtlingshilfe der Caritas einige spezialisierte Einrichtungen für Flüchtlinge vor:

  • Das Therapiezentrum der Caritas für Folteropfer in Köln bietet schwer traumatisierten Flüchtlingen therapeutische und sozialarbeiterische Unterstützung an.
  • Die unabhängigen Abschiebebeobachtungsstellen der Caritas an den Flughäfen Frankfurt und Berlin arbeiten mit dem Ziel, mögliche Verletzungen von Grund- und Menschenrechten der Abzuschiebenden – auch durch präventiv wirkende Deeskalation – zu verhindern. Daneben sollen sie Abläufe von Abschiebungen transparenter machen.
  • Der Kirchliche Flüchtlingsdienst am Flughafen Frankfurt bietet im Rahmen des Asylschnellverfahrens am Flughafen eine Verfahrensberatung an. Den Betroffenen wird der Ablauf des Flughafen-Asylverfahrens und daraus resultierende Anforderungen erläutert und erklärt.

Beratungsstellen für Rückkehr- und Weiterwanderungsberatung des Raphaelswerks und der Caritas stehen ebenfalls bundesweit zur Verfügung. Neben den Diensten und Einrichtungen, die für spezifische Fragen und Hilfen in Zusammenhang mit Flucht, Asyl, Aufenthaltsstatus und Integrationsmöglichkeiten zuständig sind, stehen grundsätzlich auch alle anderen sozialen Dienste der Caritas in einschlägigen Fachfragen für die Betroffenen zur Verfügung.

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Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, versucht vor allem, die Situation in von Krisen und Katastrophen heimgesuchten Ländern zu verbessern. In Syrien und im Irak werden etwa lokale Partner bei ihrer Hilfe für die Betroffenen unterstützt, ebenso in den Nachbarländern, vor allem im Libanon und in Jordanien. Denn diese Staaten müssen verhältnismäßig deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als jeder europäische Staat.

Doch auch Menschen, die sich auf den Weg nach Europa machen, steht die Caritas zur Seite. So unterstützt Caritas international in mehreren nordafrikanischen Ländern Anlaufstellen für Migranten. Auch für viele in Griechenland und auf dem Balkan gestrandete Flüchtlinge ist die Caritas oftmals die einzige Anlaufstelle. Statistisch gesehen sucht aber nur einer von fünf Flüchtlingen in Industrieländern Schutz. Aus diesem Grund leistet auch Caritas international insbesondere dort Hilfe, wo die meisten Flüchtlinge leben: z. B. im Kongo, in Uganda (aus dem Südsudan), in Bangladesch (Rohingya) oder Kolumbien (Binnenvertriebene).

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Seit 2014 hat das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ etwa 9,3 Millionen Euro für die Unterstützung von Mädchen und Jungen bereitgestellt, die unter Flucht und Vertreibung leiden. Dank der Hilfe der Sternsinger aus Deutschland und vieler weiterer Spender konnte das Kindermissionswerk in 25 Ländern seine Projektpartner in ihrer Arbeit unterstützen. Materielle und psycho-soziale Nothilfe standen dabei genauso im Mittelpunkt wie die Integration von unbegleiteten minderjähren Flüchtlingen in das lokale Schulsystem. Aufgrund der kritischen Situation in der Zentralafrikanischen Republik, im Südsudan, im Irak und im Libanon brauchten die Projektpartner in diesen Regionen 2017 besondere Unterstützung. Förderschwerpunkte waren hier vor allem Lebensmittelnothilfen, die Trauma-Arbeit für geflüchtete Kinder und Angebote für einen regelmäßigen Schulbesuch.

An der Seite der Sternsinger setzt sich das Kindermissionswerk auch in Deutschland dafür ein, Kinder und Jugendliche mit Bildungsangeboten, Aktionen und Kampagnen über die Situation von Flüchtlingen zu informieren. Kindgerecht wird in den Bildungsmaterialien über die Lebenssituation von Mädchen und Jungen informiert und somit ein weltweites solidarisches Bewusstsein gefördert.

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Die Malteser kümmern sich in vielfältiger Weise um Geflüchtete und Asylbewerber. In Deutschland betreuen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften der Gemeinden und Bundesländer. In Spitzenzeiten der Flüchtlingsbewegungen waren dies über 50.000 Menschen täglich. Mit der Erfahrung aus 28 Jahren Migrationsarbeit sorgen die Malteser dafür, die Probleme und Fragen der ausländischen Frauen, Kinder und Männer aufzugreifen und bereits am Anfang des Aufenthaltes in Deutschland den Weg zur Integration zu ebnen. Nach dem Aufenthalt in den großen Gemeinschaftsunterkünften helfen sogenannte Integrationslotsen den Geflüchteten, ihren Weg in Deutschland zu finden. An 100 Standorten engagieren sich so mehr als 4.000 Ehrenamtliche. Hilfe für Flüchtende vor Krieg und Katastrophen im Ausland leistet Malteser International, das Hilfswerk des Malteserordens, sowie nationale Malteserassoziationen etwa im Libanon oder in Italien.

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Das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e. V. arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen in Herkunfts-, Transit- und Zielländern zu Flucht und Migration. Besonders Binnenvertriebene in den Regionen des Nahen Ostens, in Afrika, Asien und Lateinamerika werden unterstützt. Das Thema ist ebenfalls zentral in der Bildungs- und politischen Arbeit in Deutschland.

Ein Fokus der Zusammenarbeit liegt im Nahen Osten (Syrien, Irak und Libanon), aber auch in Ländern wie Südsudan, Myanmar oder Kolumbien. Neben Sofortmaßnahmen zur Sicherung der Ernährung, medizinischer Versorgung und Unterbringung von Geflüchteten geht es um bleibende Entwicklungsperspektiven. So wird besonders schulische und berufliche Bildung gefördert, um langfristige Zukunftschancen aufzubauen. Weitere Förderschwerpunkte sind die psycho-soziale Arbeit, der Wiederaufbau und die Rechtsberatung in Landrückgabeprozessen. Wichtig dabei ist die Unterstützung von Vertriebenen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung.

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Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen unterstützt aktuell (2016/17) mit knapp 1,23 Millionen Euro die Flüchtlingsarbeit der Ortskirche in elf Ländern Afrikas sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Von den 23 geförderten Projekten profitieren vor allem die Menschen, die keinen Zugang zu großen internationalen Hilfsprogrammen haben oder die besondere individuelle Begleitung brauchen. Schwerpunkte setzen die kirchlichen missio-Partner auf die psychologische Betreuung von Frauen und Kindern, die vor und während ihrer Flucht sexuelle und andere Gewalterfahrungen erlitten haben. Gleichzeitig ermöglichen die missio-Partner den Flüchtlingen durch religiöse Angebote, ihren Glauben auch in der Fluchtsituation leben zu können. Das stabilisiert sie. missio Aachen unterstützt die Flüchtlingsarbeit der Kirche in Ägypten, Äthiopien, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, dem Irak, Libyen, Nigeria, Sierra Leone, Syrien, der Türkei und der Zentralafrikanischen Republik.

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Wenn Krieg, Katastrophen oder Hunger Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen, verlieren sie fast alles. Viele suchen ihr Glück in Europa. Doch neun von zehn Flüchtlingen bleiben in ihren Nachbarländern. missio München unterstützt zahlreiche Projekte in Afrika, Asien und im Nahen Osten und leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Unsere Partner stehen den Menschen in afrikanischen Flüchtlingslagern zur Seite, ermöglichen syrischen Kindern im Libanon zur Schule zu gehen oder helfen den Christen dabei, sich im Nordirak eine neue Zukunft aufzubauen.

Das missio magazin, als auflagenstärkstes Medium des Hauses, liefert dazu fundierte, vor Ort recherchierte Hintergrundinformationen, Interviews und Reportagen aus den betroffenen Ländern und gibt Akteuren der Weltkirche eine Stimme. Mit diesen Inhalten positioniert sich das Münchner Hilfswerk in Medien und Öffentlichkeit als weltkirchliche Fachstelle zum Thema „Flucht und Vertreibung“.

Hand in Hand damit geht die Bildungsarbeit von missio München. In Schülerworkshops klärt missio über Ursachen von Flucht auf und versucht, zur Bildung eines globalen Solidaritätsgedanken beizutragen. Ehrenamtliche werden für die Arbeit mit Flüchtlingen von interkulturell erfahrenen missio-Referenten gecoacht oder über die kulturellen Hintergründe von Menschen aus Syrien oder Eritrea informiert.

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Die Solidaritätsaktion Renovabis unterstützt zahlreiche Organisationen und Projektpartner in den Ländern Mittel-, Ost-, und Südosteuropas, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Dies gilt sowohl für Binnenflüchtlinge (aktuell: in der Ukraine), als auch für Flüchtlinge aus den Krisenregionen Syrien/Irak, die in den Ländern im Osten Europas Schutz suchen. Grundsätzlich erfolgt die Unterstützung von Renovabis nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, das bedeutet: Die Partner vor Ort sollen durch gezielte Unterstützung dazu befähigt werden, eigene Strukturen und Institutionen zu schaffen, die bestehenden Probleme erkennen und selbstständig lösen zu können. In Krisensituationen – wie in der Ukraine – leistet Renovabis auch schnell und unbürokratisch akute Nothilfe, um Menschenleben zu retten und das Leid der Flüchtlinge zu lindern. Seit Februar 2014 hat Renovabis die Flüchtlingsarbeit in der Ukraine mit rund 300.000 Euro gefördert. Viele Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak landen bei ihrer Flucht auch in den Ländern Mittel-, Ost-, und Südosteuropas. Schwerpunkte sind hier Kroatien, Mazedonien und der Kosovo. Grundsätzlich gibt es zwar in diesem Bereich der Flüchtlingsarbeit auch Unterstützungen von der Europäischen Union, allerdings sind diese oft nicht ausreichend – vor allem was die psychosoziale Unterstützung der Flüchtlinge angeht. Renovabis unterstützt deshalb seit vielen Jahren den Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS), der vor Ort eine psychologische und seelsorgliche Begleitung für die Flüchtlinge bietet.

Viele Flüchtlinge sehen aufgrund der Lebensumstände in den osteuropäischen Flüchtlingseinrichtungen und -unterkünften oft nur eine Zwischenstation. Gerade hier versucht Renovabis mit den Partnerorganisationen vor Ort die Situation nachhaltig zu verbessern und für die Flüchtlinge eine angemessene Betreuung und Unterkunft zu gewährleisten. Im Jahr 2014 hat Renovabis für langfristige Projekte im Bereich der Flüchtlingsarbeit auf dem Balkan rund 700.000 Euro bewilligt. Die Finanzierung der geförderten Flüchtlingsprogramme ist damit bis 2017 gewährleistet.

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Informationen zur Flüchtlingshilfe in den katholischen Verbänden hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammengestellt.

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