Coronavirus – zur aktuellen Situation

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© KNA/Oppitz

Die katholische Kirche in Deutschland stellt sich der aktuellen Herausforderung zum Coronavirus (SARS-CoV-2). Zunächst sind alle Anweisungen von staatlichen Stellen, insbesondere der Gesundheitsämter, zu beachten. In diesem Dossier haben wir Informationen zusammengestellt, die die Kirche im Speziellen betreffen.

Grundsätzlich gilt, dass für Maßnahmen in den Bistümern ausschließlich die Bistümer selbst verantwortlich sind und zwar nach Maßgabe der staatlichen Behörden und der damit verbundenen Entscheidungen für Konsequenzen in den Bistümern. Alle 27 (Erz-)Bistümer haben umfangreiche Maßnahmen erlassen, dazu zählen in fast allen Bistümern auch die Entbindung von der Sonntagspflicht und der Ausfall von Gottesdiensten.

Ökumenisches Glockenläuten an Palmsonntag und Ostern

„Zeichen der Zuversicht in Zeiten der Corona-Pandemie“

Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sind eingeladen, mit einem ökumenischen Glockenläuten ein Zeichen der Zuversicht in Zeiten der Corona-Pandemie zu setzen. Am Abend des Palmsonntags (5. April 2020) sollen zu Beginn der Karwoche um 19.30 Uhr alle Kirchenglocken in Deutschland ebenso läuten wie am Ostersonntag (12. April 2020) um 12.00 Uhr.
Mehr lesen: Pressemitteilung 2. April 2020

Gottesdienstübertragungen

Da fast flächendeckend in Deutschland keine öffentlichen katholischen Gottesdienste mit aktiver Beteiligung der Gläubigen angeboten werden können, verweisen wir auf die verschiedenen Gottesdienstübertragungen im Internet.

Regelmäßig überträgt zum Beispiel www.domradio.de täglich Messen aus dem Kölner Dom. Weitere Übertragungen bieten Radio Horeb und EWTN.

Eine Übersicht zu Gottesdiensten im Internet bietet das Internetportal katholisch.de an. Sortiert nach den 27 katholischen Bistümern, gibt es hier Informationen zu Alternativen zu den Gemeindegottesdiensten vor Ort.

Eine regelmäßig aktualisierte Übersicht aller Gottesdienste im Fernsehen, im Radio und gestreamt im Internet finden Sie auf der Internetseite der Katholischen Fernseharbeit. Mehr lesen: Pressemitteilung 6. April 2020

Rechtliche Hinweise zur Übertragung von Gottesdiensten über das Internet

Aufgrund der neuen Entwicklungen im Zusammenhang mit der aktuellen Herausforderung zum Coronavirus (SARS-CoV-2) besteht vielerorts das Bedürfnis nach Übertragungen von Gottesdiensten oder anderen liturgischen Feiern über das Internet. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hat das Gespräch mit den zuständigen Verwertungsgesellschaften GEMA und VG Musikedition gesucht, um die rechtlichen Fragen bezüglich der bestehenden Gesamtverträge zu klären.

Zur Aktuellen Meldung vom 19. März 2020

Liturgie

Die Liturgie des Karfreitags besteht aus mehreren Teilen. Ein Element sind die sogenannten Großen Fürbitten, in denen die Kirche am Todestag Jesu für die Anliegen der Kirche und der Welt betet.

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie hat die Kongregation für den Gottesdienst in Rom eine zusätzliche Fürbitte angeregt, die jeweils in der Verantwortung der Diözesanbischöfe steht. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), und der Vorsitzende der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), haben dazu in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Liturgischen Institut eine Fassung vorgelegt, die für den Gottesdienst am Karfreitag empfohlen wird.

Besondere Fürbitte am Karfreitag 2020
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Auf der Internetseite des Deutschen Liturgischen Instituts www.liturgie.de findet sich die Fürbitte auch in einer mit Noten unterlegten Fassung.

Die Möglichkeit zur Generalabsolution hat der Vatikan aufgrund der Corona-Pandemie den Priestern in allen betroffenen Gebieten erteilt. Sie können damit den anwesenden Gläubigen auch ohne Einzelbeichte die Vergebung ihrer Sünden zusprechen.

Die Vergebung der Sünden, die der Priester stellvertretend für Jesus Christus ausspricht, ist nach katholischer Lehre normalerweise nur nach einem vorhergehenden mündlichen Sündenbekenntnis in der Einzelbeichte möglich. In kollektiver Todesgefahr lässt das Kirchenrecht jedoch auch andere Möglichkeiten zu. Diese sind nun wegen der Corona-Pandemie gegeben.

Note der Apostolischen Pönitentiarie über das Sakrament der Versöhnung während der aktuellen Pandemie
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Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung im Vatikan hat zu den Osterfeierlichkeiten in Zeiten der Coronakrise ein Dekret mit Hinweisen veröffentlicht (25.03.2020). Mehr lesen: Datei herunterladen

Das Deutsche Liturgische Institut hat auf seiner Internetseite eine Auswahl von Hilfen und Anregungen zusammengestellt und verweist auf zahlreiche Impulse der verschiedenen (Erz-)Bistümer und der Schwester-Institute in Österreich und der Schweiz.

Die Zusammenstellung für liturgisch Geübte und weniger Geübte, für Einzelne, Paare und Familien mit Kindern wird das Deutsche Liturgische Institut in den kommenden Tagen weiter ergänzen.

Zur Internetseite

Um mit den Menschen in den Pfarreien in Verbindung zu bleiben, bietet das Internetportal www.pfarrbriefservice.de eine Sonderpublikation für die Kar- und Ostertage an. Der vierseitige Flyer im DIN A5-Format zeigt aktuelle Texte und Bilder zu Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag und Ostern.

Der Flyer eignet sich als Pfarrbriefbeilage oder als Pfarrbriefersatz, als Rundmail oder für die Internetseite der Pfarrei. Außerdem gibt es die Impulse zu den einzelnen Tagen als Kärtchen, die sowohl in gedruckter Form als auch per Mail, WhatsApp und Social Media verbreitet werden können.

Die Vorlagen können heruntergeladen und ausgedruckt oder für den Druck bestellt werden.

Weitere Informationen

Seelsorge

TelefonSeelsorge

Machen Sie sich Sorgen? Die TelefonSeelsorge ist eine bundesweite Organisation in katholischer, evangelischer oder ökumenischer Trägerschaft. Rund 7.500 umfassend ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit vielseitigen Lebens- und Berufskompetenzen stehen Ratsuchenden in 105 TelefonSeelsorgestellen vor Ort zur Seite. Die TelefonSeelsorge ist unter den Rufnummern 0800-1110111 und 0800-1110222 rund um die Uhr kostenfrei erreichbar.

Internetseelsorge

Internetseelsorge.de dient dazu, katholische und ökumenische Seelsorgeangebote im Internet zentral zugänglich zu machen. Hier finden Sie ein Portal, das Angebote der Bistümer, Orden und Verbände sowie ausgewählte Privatinitiativen vorstellt und thematisch erschließt. Gerade jetzt stehen Ihnen Seelsorger und geistliche Begleiter per E-Mail und auch per Chat aus unterschiedlichen (Erz-)Bistümern zur Verfügung. Der Mail-Dialog erfolgt über ein gesichertes Web-Mail-System, das gewährleistet, dass Ihre Nachrichten nicht von Dritten gelesen werden können. Verantwortet wird Internetseelsorge.de von der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP), die 2010 als Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz gegründet wurde.

Einkaufsservice

Die katholische Hilfsorganisation der Malteser bietet wegen der Corona-Krise eine bundesweite Telefon-Hotline an. Die Auskunft dient dazu, Älteren, Kranken sowie Menschen in häuslicher Quarantäne zu helfen. Unter der kostenfreien Nummer 0221-98229506 wird zum Beispiel der Kontakt zum örtlichen Einkaufsservice (an 140 Standorten) oder dem telefonischen Besuchsdienst vermittelt.

Maßnahmen und Angebote in den (Erz-)Bistümern

Grundsätzlich gilt, dass für Maßnahmen in den Bistümern ausschließlich die Bistümer selbst verantwortlich sind und zwar nach Maßgabe der staatlichen Behörden und der damit verbundenen Entscheidungen für Konsequenzen in den Bistümern.

Weltweites Gebet mit Papst Franziskus

Papst Franziskus hat am 27. März 2020 um 18.00 Uhr auf dem Petersplatz in Rom ein weltweit beachtetes Gebet im Zeichen der Corona-Pandemie gesprochen. Wir dokumentieren hier den Wortlaut der Ansprache von Papst Franziskus. Bereits im Vorfeld hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), die Gläubigen der katholischen Kirche in Deutschland aufgerufen, sich an diesem Gebet zu beteiligen: „Es ist eine gute Gelegenheit, sich als Universalkirche mit dem Heiligen Vater vereint zu wissen und in dieser schweren, leidgeprüften Zeit das gemeinsame Gebet zu suchen.“ Die Einladung von Papst Franziskus zeige, wie sehr es ihm ein Anliegen sei, Kirche als betende Weltgemeinschaft in einer solchen Krise zu erfahren.

Mehr lesen:

Schreiben an Menschen mit Behinderungen

„Eine Zeit, wo Gott uns nahe ist“

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Seelsorge für Menschen mit Behinderungen, Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), hat in einem Brief den Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Angehörigen sowie den in der Seelsorge tätigen Mitarbeitern Mut zugesprochen. Angesichts der Corona-Pandemie gebe es eine schwierige Lage, die insbesondere auch die Bewohner von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und deren Fachkräfte trifft. Ihm sei es ein Anliegen, diesen Mut zuzusprechen in einer Zeit, „wo Gott uns ganz nahe ist, denn er ist immer da, wo Menschen in Not sind“.
Mehr lesen: Pressemitteilung 3. April 2020

Gemeinsames Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche

Anlässlich der weltweiten Corona-Pandemie rufen die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche in Deutschland zu Zuversicht und Vertrauen auf. Jeder könne sich der solidarischen Unterstützung, des Beistands und Gebets gewiss sein. Das schreiben in einem gemeinsamen Wort unter dem Titel „Beistand, Trost und Hoffnung“ der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos.

Zur Pressemitteilung vom 20. März 2020

„Beistand, Trost und Hoffnung“
Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirche in Deutschland zur Corona-Krise
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Schwester Judith Beule SMMP von der Gehörlosenseelsorge im Erzbistum Berlin hat das Gemeinsame Wort der Kirchen in Gebärdensprache aufgegriffen.

Empfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz

Bereits mit Beginn der Coronakrise hat das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz am 26. Februar 2020 Hinweise zur Vermeidung von Ansteckungen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in Gottesdiensten und Kirchenräumen gegeben. Wir dokumentieren die Empfehlungen hier, die nach wie vor Gültigkeit haben, auch wenn öffentliche gottesdienstliche Feiern in vielen Bistümern ausgesetzt sind.

Hinweise zur Vermeidung von Ansteckungen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in Gottesdiensten und Kirchenräumen

Aufgrund von Fällen des Coronavirus in Deutschland hat das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz Hinweise zur Vermeidung von Ansteckung an die (Erz-)Bistümer verschickt. Die Situation wird ernst genommen.

Die Zahl der in Deutschland an dem neuen Virus Erkrankten hat zugenommen. Jeder Einzelne und die im öffentlichen Bereich Verantwortlichen sind aufgefordert, um der Ansteckung entgegenzuwirken. Dies gilt auch für den Bereich der Kirche.

Die Grundregel zur Minderung der Erkrankungsgefahr lautet: Wer Symptome einer Erkrankung aufweist oder bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll auf die Teilnahme an Gottesdiensten verzichten.

Daraus folgt: Bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll keinen liturgischen Dienst ausüben. Dies gilt besonders für die Leiter von Wort-Gottes-Feiern, die Messdiener und Kommunionhelfer. Priester sollen nicht der Gemeindemesse vorstehen.

Ratsam ist vorübergehend auch eine Zurückhaltung bei der Nutzung des Weihwasserbeckens in den Kirchen.

Zusätzlich empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Bei Konzelebration soll in besonderer Weise darauf geachtet werden, dass man kein Ansteckungsrisiko eingeht.
  • Priester und Kommunionhelfer sollen vor ihrem Dienst die Hände waschen. Die Benutzung eines Desinfektionsmittels ist empfehlenswert.
  • Für den Empfang der Heiligen Eucharistie empfiehlt sich gegenwärtig die Handkommunion. Wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos verlangen Kelchkommunion und Mundkommunion besondere Vorsicht. Dasselbe gilt für den Körperkontakt (Händeschütteln, Umarmung) beim Friedenszeichen nach dem Friedensgruß des Priesters.

Im kirchlichen Bereich soll im Hinblick auf das neue Virus verantwortlich gehandelt, aber eine überzogene Ängstlichkeit vermieden werden. Alle Beteiligten stehen in der Pflicht, im Rahmen des jeweils Möglichen und Nötigen mitzuhelfen, die Gefahr einer Ansteckung zu verkleinern.

Bonn, 26. Februar 2020