Außerordentlicher Monat der Weltmission im Oktober 2019

„Getauft und gesandt: Die Kirche Christi missionarisch in der Welt“ ist das Motto des Außerordentlichen Monats der Weltmission 2019, das Papst Franziskus ausgewählt hat.

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© KNA/Oppitz

Schon vor 100 Jahren, im Jahr 1919, hatte Papst Benedikt XV. zu einer Erneuerung der Mission aufgerufen: Es sollte sich wieder auf die Wurzeln der Mission berufen werden, das Evangelium und seine Verkündung, die Botschaft und Liebe Jesu sollten weitergegeben werden. Da zu dieser Zeit die Missionierung im Zusammenhang mit unheilvoller Kolonialisierung und Nationalismus in Verbindung stand, wollte man diese Verknüpfung auflösen und sich auf die eigentliche, ursprüngliche Mission zurückberufen.

Dabei geht es um den Evangelisierungsauftrag – hinauszugehen in die Welt und das Evangelium zu verkünden. Papst Franziskus erklärt es so: „Was du entdeckt hast, was dir zum Leben hilft und dir Hoffnung gibt, das sollst du den anderen mitteilen.“ Jeder soll von Gottes Liebe für die Menschen erfahren dürfen, durch jene, die mit Taten Nächstenliebe lebendig werden lassen.

Pater Bernd Werle SVD, Moraltheologe und ehemaliger Rektor der Steyler Missionare in St. Augustin, gibt im Internetportal Weltkirche Antworten auf die Frage, wie die Mission der katholischen Kirche heute zu verstehen sei: nicht mehr im geografischen Sinn, als etwas, das sich in Afrika, Asien und Ozeanien abspiele, sondern als Berufung, die christliche Botschaft immer und überall zu verkünden und zu bezeugen. Mission solle auch nicht mehr als Beruf für ausgewählte Missionare gesehen werden, die anderen Kulturen ein europäisch geprägtes Christentum und eine „überlegene, europäische Zivilisation“ aufzwingen wollen, sondern als ein Auftrag aller Christen, friedlich die Botschaft Gottes in die Welt hinauszutragen. Mission solle nie wieder mit Gewalt verbunden werden, sondern Frieden stiften und für alle Menschen Gemeinschaften unter dem Zeichen von Gottes Liebe entstehen lassen. 

Das Hilfswerk Missio

Auf der ganzen Welt wirken Christen, verkünden die Frohe Botschaft und helfen, wo Not ist. Der deutsche Zweig von Missio setzt sich für die Förderung der Lern-, Gebets-, und Solidargemeinschaft der Katholiken in Deutschland sowie die finanzielle und ideelle Unterstützung der Arbeit in Afrika, Asien und Ozeanien ein.
Jeder ist durch die Taufe gesandt zu helfen und aufzurichten. Die eigene Mission kann zum Beispiel die Bemühung sein, einem Menschen weiterzuhelfen, darauf zu achten, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu haben, oder sich für Menschenrechte einzusetzen.

Die Aktion „#mymission“, ausgerufen von den Päpstlichen Missionswerken, zu denen auch Missio gehört, ist eine weltweite Aktion, bei der sich Christen untereinander von ihrer persönlichen Mission erzählen können. Das Teilen der eigenen Mission und der Austausch darüber kann in sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #mymission erfolgen, aber auch im Gottesdienst oder im öffentlichen Raum.

Eine weitere Möglichkeit, Mission anzugehen, ist die „Touring Mission“. Das Modell eines alternativen Stadtrundgangs ist inspiriert von den „Touring Sisters“ in Nordostindien. In Gegenden mit einer nur wenig ausgebauten Infrastruktur und kaum vorhandenen Straßen laufen die Ordensschwestern oft stundenlang von Dorf zu Dorf, um Hausbesuche zu machen, mit den Menschen zu beten, Erste Hilfe zu leisten und für Schulbesuche zu werben. Während der ein- bis zweiwöchigen Einsätze leben die Schwestern bei den Bergdorfbewohnern und teilen das einfache Leben mit ihnen. Von den „Touring Sisters“ inspiriert, kann jeder auch in seiner eigenen Heimat mit Menschen in der Umgebung ins Gespräch kommen. In jeder Stadt gibt es andere Möglichkeiten. Ob eine Sozialeinrichtung, ein religiöses Gebäude, oder ein Cafe – überall gibt es die Möglichkeit sich auszutauschen und Andere näher kennenzulernen. Gespräche rund um das Thema Mission können auch in Gemeinschaften, Gruppenstunden und im Religionsunterricht thematisiert werden. Was ist meine Mission? Braucht es Mission? Wie verändert Mission Kirche?

Die Orden in Deutschland

Auch die Deutsche Ordensobernkonferenz bzw. die deutschen Orden engagieren sich verstärkt für den Außerordentlichen Monat der Weltmission, nachdem der Papst dazu aufgerufen hat. Zum Beispiel werden in den sozialen Medien Christen mit der Aktion #mymission nach ihrer Mission gefragt, worauf Ordensleute in einminütigen Videos antworten wollen. Diese werden über den Missionsmonat Oktober verteilt veröffentlicht. Auf Instagram wird die Deutsche Ordensobernkonferenz ihre Seite in die Hände verschiedener Ordensleute geben, die mit Bildern aus ihrem Missionsalltag einen Einblick gewähren. In der Web-Serie „Missionsköpfe“ werden Ordensleute vorgestellt, die mit ihrem Leben beispielhaft für ein modernes Missionsverständnis im Nachgang des Zweiten Vatikanischen Konzils stehen.

Deutsche Bischofskonferenz

Unter dem Titel Evangelisierung und Globalisierung hat die Deutsche Bischofskonferenz am 24. September 2019 in Fulda ein neues Dokument zur weltweiten Mission vorgestellt. Anlass der Veröffentlichung ist der von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Monat der Weltmission. Das Bischofswort knüpft an zwei frühere Worte der Deutschen Bischofskonferenz an, die im zurückliegenden Jahrzehnt vorgelegt wurden: zum einen „Zeit zur Aussaat. Missionarisch Kirche sein“ (2000), ein Dokument, das den Blick auf die Situation in Deutschland richtet, zum anderen „Allen Völkern Sein Heil. Die Mission der Weltkirche“ (2004). Das neue Bischofswort analysiert die globalen Entwicklungen der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit und fragt nach deren Bedeutung für die Weiterentwicklung der christlichen Mission.

Mehr lesen:

Weitere Informationen
  • Papst Franziskus: Botschaft zum Weltmissionssonntag 2019
    Getauft und gesandt: die Kirche Christi auf Mission in der Welt
  • Papst Franziskus: Gebetsbild von Missio
    Gebetsbild mit pdf-Download
  • Offizielle Vatikanseite
    www.october2019.va/it.html
  • Internetportal Weltkirche
    Thema Mission und Außerordentlicher Monat der Weltmission 2019
  • Missio Aachen und Missio München
    Liturgische Hilfen und mehr zum Außerordentlichen Monat der Weltmission
  • Deutsche Ordensobernkonferenz
    Die Ordensgemeinschaften in Deutschland zum Außerordentlichen Monat der Weltmission